Internationales Film Festival Locarno
Locarno, 6. August 2008, 14:00 – ca. 23:00
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«Film ab» für das Filmfestival Locarno
Das Backstage Meeting der SMG führte ins Tessin ans Filmfestival Locarno. Und «Backstage», sprich exklusiv, war das Programm für die rund 50 Gäste tatsächlich.
Festivaldirektor Marco Solari ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Schwelgt er in vergangenen Zeiten des Festivals, fühlt man sich gleich mittendrin: «Marlene Dietrich betrat den Saal und es wurde mucks-mäuschen-still. Dann deutete sie ein Lächeln an. Und der Saal tobte. Das, meine Damen und Herren, das war Glamour!» Tempi passati. Heute will das Filmfestival Locarno vor allem mit Inhalten glänzen und sich so von der nationalen und internationalen Festivalkonkurrenz abheben. Der rote Teppich soll anderswo ausgerollt werden.
Kreativität statt Erfahrung
Mit den BackStage Meeting ermöglicht der SMG einem kleinen Kreis von Interessierten einen Blick hinter die Kulissen einer Organisation – in diesem Fall das Filmfestival Locarno. Die Vorfreude war gross und berechtigt: Der Programmplan versprach – notabene am hektischen Eröffnungstag! – eine exklusive Backstage-Führung. Zusätzlich sollte nach Marco Solari auch noch der Kulturmanager und ehemalige künstlerische Leiter des Festivals, David Streiff, zur Gruppe stossen. Was Wunder, las sich die Gästeliste einmal mehr wie ein «Who-is-who» der Schweizer Wirtschaft.
In seiner Eröffnungsrede thematisierte Marco Solari den Spagat zwischen Kunst und Kommerz. Das Filmfestival sei ein Unternehmen, das ganzjährig rund ein Dutzend Vollzeitstellen finanzieren müsse, während des Festivals kämen nochmals rund 500 Freiwillige dazu. «Aufgrund der Unerfahrenheit der Helfer nimmt die Effizienz der Organisation natürlich ab. Mehr «Erfahrung» können wir uns aber finanziell nicht leisten. Es ist daher jedes Mal ein kleines Wunder, dass wir das Festival in dieser Form durchführen können. Wir ersetzen Erfahrung durch Kreativität», so Marco Solari.
Die Magie der Kamera
Wie professionell hinter den Kulissen gearbeitet wird, zeigte die Backstage-Führung. Wer schon immer wissen wollte, was sich in dem überdimensionalen Filmprojektor mitten auf der Piazza Grande verbirgt – hier kommt die Antwort: Filmprojektoren. Und zwar fünf an der Zahl. Die fast schon provokative Gelassenheit der Technikerinnen und Techniker konnte nur eines bedeuten: Die wissen genau, was sie tun. Oder das Pressecenter: Der fast turnhallengrosse Saal wirkte trotz Eröffnungstag erstaunlich ruhig. Nebst der Qualität der gezeigten Filme ist es wohl der Arbeit der PR-Profis zu verdanken, dass das Filmfestival trotz starker Konkurrenz weltweit eine derart starke Präsenz besitzt. Wie das vonstatten geht? Das BackStage Meeting zeigte es.
Der Abend bot der Gästegruppe nochmals zwei Highlights. Als erstes ein Treffen mit David Streiff, dem ehemaligen Direktor des Bundesamtes für Kultur und ehemaligen künstlerischen Leiter des Filmfestivals Locarno. In seinem Interview mit SMG Vorstandsmitglied Marc Furrer, Präsident der Eidgenössischen Kommunikationskommission ComCom, betonte er nochmals die Positionierung des Filmfestivals als Festival der Entdeckungen für Cinéphile und für die breite Masse.
Davon durfte sich der SMG schliesslich beim offiziellen Eröffnungsfilm «Brideshead Revisited» überzeugen.
Längst hatten sich die gemeldeten Regenwolken verzogen – zum Schluss war der Himmel gar sternenklar. What a day!





