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Best Practice Meeting vom 26. August 2008: Kompogas AG

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Best Practice Meeting vom 26. August 2008: Kompogas AG


Da steckt viel Energie drin

Ökologie und Ökonomie – ein Begriffpaar mit hohem Aktualitätswert. Entsprechend gross war das Besucherinteresse am Best Practice Meeting bei der Kompogas AG in Otelfingen. Und tatsächlich wartete der Verwerter von Garten- und Küchenabfällen mit einigen verblüffenden Denkanstössen auf.

Das in der Schweiz entwickelte Kompogas-Verfahren ist ganz einfach erklärt: Lässt man organische Gartenoder Haushaltabfälle zwei Wochen vor sich hingären, entsteht CO2-neutrale Energie. Diese lässt sich nutzen: Als Biogas zum Beispiel, oder als Strom- beziehungsweise Wärmequelle. Die Gärreste sind zudem ein hervorragender Kompost bzw. Flüssigdünger. So entsteht ein nachhaltiger, in sich geschlossener
Kreislauf.

Komplexer ist der betriebswirtschaftliche Kontext der Kompogas AG. Schliesslich muss bei einem privatwirtschaftlichen
Unternehmen nicht nur die ökologische, sondern auch die ökonomische Bilanz stimmen. «Der Erlös aus den erneuerbaren Energien macht nur rund einen Viertel unserer Einnahmen aus. Drei Viertel stammen aus Abfallgebühren, die wir von den Gemeinden für die Entsorgung ihrer organischen Ab - fälle erhalten», rechnete Dr. Harald Lüling, CEO Kompogas AG vor.

Ein Unternehmen, das für seine Ressourcen Geld erhält statt dafür bezahlt? Eine paradoxe Situation, die bei den rund 70 Entscheidern aus den Führungsetagen Schweizer Unternehmen nach Aufklärung verlangte. «In der Schweiz produziert jeder Mensch rund 150 kg organische Abfälle pro Jahr, die irgendwie entsorgt werden müssen. Sie können diese Abfälle deponieren, verbrennen, kompostieren oder vergären. Jede dieser Lösungen ist mit Kosten verbunden. Wir bieten mit dem Vergären die erwiesenermassen nachhaltigste Lösung an», erklärte Kompogas-Erfinder Walter Schmid, heute Präsident des Verwaltungsrates der Kompogas Gruppe. Ob dereinst nur mit der Produktion von Energie aus organischen Abfällen schwarze Zahlen geschrieben werden könnten? «Die Zeit arbeitet in diese Richtung. Doch der Energiepreis müsste rund dreimal so hoch sein», rechnete Walter Schmid dem Plenum vor.

Seine unternehmerische Tatkraft war – neben den gewöhnungsbedürftigen Gerüchen im Innern der Ver - gärungsanlage – eines der Hauptgesprächsthemen auf dem abschliessenden Rundgang: Nach mona - telangem Studium von Fachliteratur und Selbstversuchen auf dem heimischen Balkon war Walter Schmid
Ende der 80er-Jahre nämlich zur Überzeugung gelangt, dass aus Biomüllertvolle Energie gewonnen werden kann. Mittlerweile sind weltweit 40 Vergärungsanlagen in Betrieb oder im Bau, die grösste in Doha, Emirat Katar, mit einer Kapazität von 274'000 Tonnen pro Jahr.
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